Fam.- Forschung - Biographien - Her.-Gen.Ges."ADLER" - Veterinärgeschichte - Wappenkunde - Pferdekunde
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Vorwort

Über Haustiere sei es der Hund, die Katze, das Pferd, das Rind, der Eber und das Huhn  gibt es viele bekannte Abbildungsformen in Literatur, Fachzeitschriften und Monographien. Auch bildnerische Darstellungen auf Gemälden, auf Medaillen, Münzen und auf Briefmarken. Als Statuen, Plastiken und als Relief sind diese Tiere wohlbekannt und vertraut.  Wenig beachtet ist aber die Darstellung der Haustiere in der Heraldik.

 

DAS PFERD IN DER HERALDIK

 

Eine besondere Rolle spielt die Farbe des Pferdes. Ein entscheidender Unterschied hinsichtlich der symbolische Sinngebung besteht zwischen Schimmel und Rappe also schwarz und weiß. Das weiße Roß galt schon in der Antike als Herrschaftsattribut und wurde als solches in die christliche Vorstellungswelt übernommen. Allgemein herrschte im Altertum bis ins Mittelalter die Vorstellung, daß nicht die Erde, sondern die Sonne es sei, die ständig dahineilt. So lässt sich Helios, der Sonnengott aus der griechischen Mythologie als Lenker seines weißen Viergespanns erklären. Mit diesem Gespann zog er den Sonnenwagen über den Himmel. Als Pendant dazu verkörpert das schwarze Roß durchgehend das böse Prinzip; es ist vorwiegend als Reittier schlechter Menschen dargestellt, mir denen er zur Hölle sprengt.

Die vier Hauptfarben - Schimmel, Rappe, Fuchs und Brauner - werden mit den vier Elementen und den vier Temperamenten in Verbindung gebracht. Der Schimmel repräsentiert das weiche Element des Wassers und das Phlegma, der Rappe als Melancholiker die Erde, der Fuchs als Choleriker das Feuer und der Braune mußte ein Sanguiniker sein und die Eigenschaften der leicht beweglichen Luft besitzen.

Auch im religiösen Kult nimmt das Pferd eine besondere Stellung ein. Pferdeopfer waren bei alten Völkern sehr häufig (z.B. bei den Germanen und den Sumerern). Weit verbreitet war der Glaube an die zauberabwehrende Kraft von Pferdeköpfen, die man an den Hausgiebeln anbrachte. In Holz geschnitzt findet man sie noch heute an den Firsten mancher Bauernhäuser .

 

Bei den Germanen scheint der Pferdekultus in Bezug auf das weiße Pferd schon sehr früh eine sorgfältige, reine Zucht bedingt zu haben. Die heiligen Hengste der Tempelhaine hatten eine gewisse Anzahl Stuten zugeteilt, die sich nur mit diesen paarten. So hielt sich die Herde - zusammengesetzt aus ein oder zwei Hengsten und zwölf Stuten auf der Waldweide auf. Diese Kleinherden standen unter Aufsicht eines Roßknechtes oder Marischalk aus dem wohl das Wort Marschall hervorgegangen ist. Im Herkunftswörterbuch wird die Bedeutung "Marschall" vom Pferdeknecht (mittelhochdeutsch:marc(h), althochdeutsch: marah (Pferd, Mähre) abgeleitet.

 

 

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