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Der Hund in der Heraldik

Auch der Hund findet in der Heraldik die ihm gebührende Darstellung. Seine bildliche Wiedergabe ist im Unterschied zu Wolf und Fuchs am Halsband zu erkennen, welches auf die Domestikation des Hundes verweist.

Im altgermanischen Mythos ist der Hund das Tier, welches Sonne und Mond verfolgt und am Ende verschlingt und sowohl Odin (Göttervater der Asen) wie auch der Nornen (Schicksalsgöttinnen) als Begleiter beigegeben wurde.

Der Hund wird im allgemeinen als seiner Rasse nicht näher definierbarer "Rüde" dargestellt, wobei die Rassen Bracke und Windhund allerdings eine gewisse Ausnahme bilden. Die Darstellungen unterscheiden sich dadurch, dass die Bracke immer mit breiten hängenden Ohren, das Windspiel mit langen und aufstehenden oben übergeschlagenen Ohren dargestellt wird. Die Ohren des "Rüden" sind kurz und er trägt ein Halsband. In fast allen Darstellungen erscheint er aufspringend, mit aufgeschlagenen Schweif, die Bracke auch schreitend und suchend (Leithund), das Windspiel auf den Hinterbeinen sitzend. Die heraldischen Farben der Bracken und Windspiele sind Schwarz oder Silber, die des "Rüden" Rot. Außerdem haben die Bracke und das Windspiel ein farbiges oder metallenes, der "Rüde" aber fast immer ein stacheliges Halsband. Der "Rüde" ist das Leittier des Rudels bei der Jagd.

Die Rüdengasse (das Rüdenhaus) in Wien erinnert daran, dass schon Rudolf  IV. (um 1350), der sich gern  "des Reiches oberster Jagdmeister" nannte an dieser Stelle ein Jagdschloss hatte. Die Glanzzeit des Rüdenhauses war zur Zeit Maximilians I. (um 1500).

Es beherbergte damals zwei Hofjäger, je einen  Ober - und Unter - Rüdenmeister sowie zehn Rüdenknechte, denen die Pflege der Jagdhunde oblag. Sie hatten auch darauf zu achten das deren Vermischung mit minder edlen Rassen hintangehalten werden musste. So gesehen könnte das der Beginn einer gezielten Zucht von Gebrauchshunden sein.

Die althergebrachten Attribute und Kennzeichen des Jägers sind Bracke und Hiefhorn (Jagdhorn), neben Armbrust, blanken Waffen und später Feuerwaffen. Der Hund ist im allgemeinen der unentbehrliche Gehilfe des Jägers, wie das Jagdhorn das unentbehrliche Instrument des die Jagd anblasenden Jägers ist. Auf alten Siegeln wird wird der Jäger zu Pferd mit angesetzten Hiefhorn in Begleitung des Leithundes oder der hirschhetzenden Bracke dargestellt. Die Abzeichen der alten Waldboten (Forstmeister) waren die weiße Bracke, der Zobelhut, das Jagdhorn und das Hirschgeweih. Daher führen die vier Jägermeister des Heiligen Römischen Reiches ab dem Mittelalter diese Abzeichen als Helmschmuck, zum Beispiel die Grafen Horn den Zobelhut, die Grafen Urach das Jagdhorn, die Grafen Nifen zwei Hörner und die Freiherren von Welffen die weiße Bracke. Der Forstmeister musste auch für den Jagdberechtigten (dieses Privileg stand nur dem Adel zu) einen Eibenbogen und die weißen Bracken bereit halten. Nicht nur  für den Jäger, sondern auch für das Amt des Oberhofjägermeisters wird der Hund zum Statussymbol. Obwohl der Hund in der Umgangssprache von jeher negartiv besetzt ist, steht er in der Heraldik als positives Symbol, insbesondere auf jagdlichen Gebiet da. In der frühen Neuzeit gab es bezüglich der Führung der weißen Bracke im Wappen ernsthafte rechtliche Auseinandersetzungen in der adeligen Führungsschicht.

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