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Der Todestag jährt sich 2015 zum zehnten Mal

Dr. Rudolf Rautschka

Vor 10 Jahren am 7.Februar 2005 verstarb DI DDr. Rudolf Rautschka.


 

Nachruf

DDDr. Rudolf Rautschka (1924 - 2005)

Der Persönlichkeit von Rudolf Rautschka gerecht zu werden ist nicht leicht, besonders wenn der Schmerz über seinen Heimgang noch so frisch ist. Er war ein Mensch mit vielen Facetten, beruflich und privat, aber diese Trennung war bei ihm nur schwer zu ziehen.

Rudolf Rautschka wurde am 8. Juli 1924 in Gablonz, heute in der tschechischen Republik, geboren. Sein Vater war im Holzgroßhandel tätig, die schweren Pferde der Holzfuhrwerke haben das Kind offensichtlich schon früh geprägt. 1942 eingezogen, diente er zunächst bei der Bespannten Artillerie. Nach Kriegsende begann er an der Technischen Hochschule in Wien Chemie zu studieren. Dem Abschluß 1950 folgte das Doktorat der Technischen Wissenschaften 1952. Die weitere Entwicklung verlief unkonventionell: Eisenindustrie in Wien, Aufbau eines Hydrierwerkes in Frankreich, später für den Esso-Konzern den gesamten osteuropäischen Markt mit Schmierölen versorgend. Und immer wieder das Pferd, der Reit- und Fahrsport.

Bereits in den letzten Jahren seiner aktiven Berufslaufbahn bei Esso immatrikulierte er an der Veterinärmedizinischen Universität und feierte schon 1986 die Sponsion. Viele seiner Prüfer waren jünger als er, aber das stellte für ihn kein Problem dar. Mit großem Elan hatte Rautschka schon während des Studiums eine Dissertation begonnen, und wie zu erwarten beim Pferd: in einer Kooperation von Orthopädie und Medizinischer Chemie wurde der Einfluß von Dexamethasongaben auf den Histaminblutspiegel untersucht und mögliche Zusammenhänge mit dem Auftreten der Hufrehe erörtert. Dies war für die Unterzeichneten der Beginn einer persönlichen Freundschaft. 1987 erhielt er den zweiten, den veterinärmedizinischen Doktorhut.

Auch sein drittes akademisches Antreten stand mit dem Pferd in Zusammenhang. Er studierte an der Universität Wien Geschichte, feierte 1996 die Sponsion und promovierte 1999 mit einer Dissertation über das Pferd im Militärdienst. Ein folgendes Dolmetschstudium konnte er nicht mehr beenden.

Trotz Beruf und intensiv betriebener Studien fand Rudolf Rautschka noch die Zeit, sich in der Reit- und Fahrausbildung zu profilieren. Er war Turnierrichter für unterschiedliche Sparten des Reitsportes und internationaler Richter für Gespannfahren. Stolz berichtete er von seinen Einsätzen in Aachen, dem Mekka des Fahrsportes. Der Fahrsport in Österreich verdankt Rudolf Rautschka seine Wiedergeburt in den Siebzigern. Gutachtertätigkeit auf hippologischem Gebiet sowie Kurse, in welchen er veterinärmedizinisches Wissen an Reiter und Gespannfahrer vermittelte, ergänzen das Bild. Er war ein strenger Prüfer ...

Sein historisches Interesse fand seine Reflexionen in Studien über die Frühgeschichte der tierärztlichen Bildungsstätte in Wien, wo er das Wirken der Professoren Scotti, Wolstein und Graf analysierte und in der Wiener tierärztlichen Monatsschrift einem breiten Leserkreis vermitteln konnte. Seine letzten Arbeiten galten der österreichischen Veterinärmedizin und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, sie werden posthum erscheinen.

Rudolf war ein lebensfroher und bis zur letzten Sekunde aktiver Mensch, ein Philosoph im weitesten Sinn. Dies ist auch an seinen persönlichen Beziehungen zu messen, die sich manchen Konventionen entzogen und zu denen er dennoch stets stand. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.

Seine letzten Jahre waren von einem schweren Herzleiden geprägt. Sein Ende am 7.2.2005 kam schnell, nach einer Arbeitssitzung über neue Projekte. Die österreichische Veterinärmedizin und der österreichische Pferdesport haben eine große Persönlichkeit verloren.

 

Der Todestag jährt sich 2015 zum zehnten Mal

Harro Köhler, * 12. Dezember 1918 Plauen, † 24. April 2005

 

Er befaßte sich mit Geflügelkrankeiten und Aufzuchtproblemen beim Geflügel (Infektiöse Bronchitis, Mykoplasmose, Enzephalomalazie, Aviäre Enzephalomyelitis, Infektiöse Synovitis, Aflatoxinvergiftung bei Enten u.a.). Aus diesem Arbeitsgebiet resultierte ein Lehrbuch der Geflügelkrankheiten (gem. mit E. Gratzl). Ein weiterer Schwerpunkt war die Befassung mit Schweinekrankheiten (Coli-enteritoxämie, Durchfallerkrankungen, Intoxikationen nach Eisendextranapplikation u.a.).

Breiten Raum nahm die Erforschung der Kalzinoses des Rindes ein. Auch die vergleichende Pathologie fand Eingang durch Untersuchung Tierkörper von Tieren des Tiergartens Schönbrunn. Immunpathologie und Elektronenmikroskopie wurden in die Institutstätigkeit einbezogen. Köhler war Mitherausgeber bei 2 Auflagen eines Lehrbuches der Allgemeinen Pathologie, einem Handbuch der Speziellen pathologischen Anatomie der Haustiere, einem Lehrbuch der Gerichtlichen Veterinärmedizin sowie am Lehrbuch „Pathologie der Haustiere„. Baulich erfuhr das Institut einedurchgreifende Umgestaltung.

 

 

http://www.vetmeduni.ac.at/de/pathologie-und-gerichtliche-veterinaermedizin/


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